Nerbotin - Witów

Nerbotin wurde im Zuge der vom Oberpräsidenten der Provinz Schlesien verfügten Ortsnamenänderungen laut Verfügung vom 29. Januar. 1937 in „Markrode“ umbenannt.

Beschreibungen aus verschiedenen Epochen

1789 - Nerbotin, zur Herrschaft Rückers gehörig, war vor Zeiten ein Cammergut, wovon gegenwärtig der Freyherr von Stillfried Besitzer ist; hat 20 theils Gärtner- theils Häuslerstellen und 94 Einwohner; worunter 1 Bäcker, 16 Leinweber, 1 Garnsammler.

Zimmermann, Beyträge zur Beschreibung von Schlesien Bd. 9, 1789

 

Nerbotin / Markrode / Witów             Bild: Welzel, 2012.

 

1845 - Nerbotin, Dorf, Regierung und Oberlandesgericht Breslau, (Münsterberg-Glaz'sche Fürstenthums-Landschaft) Glaz, West zu Südwest 3 ¼ Meilen, Post Lewin, Rittergutsbesitzer Pohl; Patrimonial Gericht Friedersdorf, auch criminaliter Justitiar Richter in Lewin. 15 Häuser, 64 kath. Einwohner, Kirche zu Lewin, 15 Baumwollwebstühle.

J.G. Knie, Alphabetisch-statistisch-topografische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und anderer Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, 1845

 

1932 - Nerbotin: erst 1477 Norbethin; 1560 Nerbotin und entstellt Neuboczin; 1598 Merbotin (Viert. 9, 112); 1681 Nerbothin. Kommt nach W. Mader und P. Chlupp von nie-robota = nicht robotpflichtig; das würde einen Personen Namen Nerobota mit Suffix in und Ausfall des Stammvokals (!) voraussetzen. Graebisch vermutet,. gestützt auf die Form von 1598 und andere deutsche Namen in dieser tschechischen Umgebung: Landfrid, die Schnelle, jenseits der Grenze: Gießhübel, Frimburg (Friedenburg), Riesenburg, ferner auf die volkstümliche Benennung Mertin und Mertchin, daß der deutsche Personen Name Merbot (Marbod) zugrunde liegt, der auch in der ursprünglichen Form für Martinsberg, Merbetend steckt. Die Endung -in wäre dann entweder der schwache Genitiv oder das sIavische Suffix, das auch in mehreren böhmischen derartig gebildeten Orts Namen auftritt.

Paul Klemenz, Die Ortsnamen der Grafschaft Glatz,Breslau 1932

 

 
 

Nerbotin hat sich nie entwickelt. 1825 war Major von Hochberg der Eigentümer des Dorfes, und 1840 der Rittergutsbesitzer Pohl. Zu dem Zeitpunkt standen 15 Gebäude und 15 Baumwollwebstühle. Dass zeugt davon, dass die Hausweberei die Haupteinamequelle der Bevölkerung war. Nach seinem Niedergang, beginnt das Dorf sich zu entvölkern. Die Entvölkerung hat besonders dann eingesetzt, als die neue Straße von Reinerz nach Kudowa über den Hummel-Pass, und nicht wie früher durch das Dorf führte.

Nach 1945 entvölkerte sich Nerbotin schrittweise. Die kleine Ackerfläche, die unvorteilhafte Lage und die schlechte Verkehrsanbindung waren der Dorfentwicklung nicht geneigt. Gegenwärtig befindet sich hier schon der letzte landwirtschaftliche Betrieb, der sich auf die Viehzucht spezialisiert hat.

Quelle: Góry Stołowe,Tom 13, Warschau, 1996 / aus dem polnischen übersetzt

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