Gellenau - Jeleniów

Gellenau: 1350 und 1355: Geylnaw; 1477 und 1560: Kelnow; 1631 Gelenaw. Höchstwahrscheinlich aus jelenow entstanden von slawisch jelen Hirsch und adjectives Suffix, ov: Hirschort; vgl. Jeleniow bei Kozierowski 1, 254 und Miklos. O. A. 86 . Auch Hey S. 96 leitet Gelnau i. S. (1263 Geilnowe) so ab; Graebisch's Deutung von Kalina = wilder Schneeball würde ein Kalnow voraussetzen. — Kolonie.: Rothes Vorwerk.

Paul Klemenz, Die Ortsnamen der Grafschaft Glatz,Breslau 1932

 

Teil einer alten Ansichtskarte      Wratislaviae Amici - dolny.slask.org.pl

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Im Jahr 1821 in ist Gellenau die katholisch Pfarrschule entstanden. 1840 gab es 3 Vorwerke (in einem hielt man über 1200 Merinoschafe), eine Kapelle, 2 Mühlen, 3 Brettmühlen, 3 Bleichen, 1 Trockenhaus, 1 Mangel, 1 Brennerei, 1 Brauerei, das Forsthaus und über 100 Baumwoll-Webstühle. Anfang des 19. Jh. hat Graf Franz Bernhard von Mutius in Gellenau die große Leinwand Weberei mit einer Bleiche angelegt, welche ständig auch eine Anziehungskraft, für die Kurgäste aus Bad Kudowa darstellte. 1826 gedachte der Schriftsteller und Ökonom Fryderyk Skarbek, Professor an der Warschauer Universität an sie. 1853 pries der Arzt und Professor Fryderyk Skobel von der Jagilonen Universität das Schloß und die Mineralquelle von Gellenau.

In den Jahren darauf ist die Weberei ausgebaut worden und an die Firma „Christian Dierig AG" verkauft worden, die ungefähr 1000 Arbeiter beschäftigte. Später ist die Weberei, zusammen mit einem Teil des Dorfes zu Sakisch gekommen. In Kriegszeiten bis März 1944 war sie ein Außenlager des KZ Gross-Rosen, in dem hauptsächlich internierte Jüdinnen in der Weberei beschäftigt waren. Nach 1945 entstand auf der Basis dieser Fabrik eine große Kudowaer Industrieanlage für Baumwollen. Auch das Dorf Gellenau hat seinen Charakter verloren. War es anfangs ein reines Bauerndorf, so sind mit der Zeit Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe entstanden. In den Wirtschaftsgebäuden des Schlosses hat man eine Tierzucht untergebracht, eine moderne Flaschenabfüllanlage für das Mineralwasser gegründet und es sind Kaufhallen entstanden. In den 1960er Jahren hat man im wiederaufgebauten Schloss ein Ferienzentrum untergebracht. In Gellenau befindet sich heute auch eine Gemeinschaftsschule.

Quelle: Góry Stołowe,Tom 13, Warschau, 1996 / aus dem polnischen übersetzt

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